Home, sweet home

September 18th, 2007
Ich bin letzten Sonntag Nachmittag vom Hotel umgezogen. Meine Wohnung ist einer Nachbarstadt von Princeton, auf der anderen Seite der Route 1: die Stadt heißt Plainsboro. SCR liegt an der Grenze von Plainsboro, und ich fahre nur 5 Minuten zur Arbeit, und die Miete ist für die Verhältnisse angemessen. Ich wohne bei einem deutschen Ehepaar, dessen Söhne studieren und deswegen ist bei den Eltern jetzt ein Zimmer frei. Lustiger Zufall: mein Vermieter arbeitet bei SCR und ist .. Abteilungsleiter meiner Abteilung ! Ein zweischneidiges Schwert, auch wenn ich denke, dass sich alles reibungslos abspielen wird. Aber nun zurück zur Lage :

Das untere Haus in dem Rechteck ist mein Haus :D Das obere Häuschen ist eine Doppelgarage. Weil man dem Sattelitenbild nicht mehr viel entnehmen kann, gibt es jetzt richtige Bilder:

Ich lebe in dem untersten Stock, aber ich teile mir mit den Vermietern die Haustür. Sobald man drinnen ist, geht es unter der Treppe nach unten:

Wie man sehen kann habe ich also reichlich Platz und Ruhe :) Hier unten ist es schön kühl, und mich stört keiner. Besser noch, einer der beiden Söhne (oder beide ?) des Vermieters hat mal in einer Band gespielt, und darum stehen hier Bassgitarre, Schlagzeug, Folkgitarre und Keyboard rum ! Ich habe gleich mal nach der Gitarre gefragt, und nun steht sie in meinem Zimmer und ich kann spielen, so oft ich will. Schlagzeug zu spielen war auch schon immer mein Traum, jetzt werde ich es auch mal ausprobieren können :) Ich bin mal gespannt, ob und wann ich mal die Söhne der Familie hier kennenlernen werde (19 und 21 glaub ich).

Sooo, jetzt zeige ich euch mal meinen täglichen Weg zur Arbeit. Google Maps zeigt mir 1,6 Miles an, also ca. 5 Minuten Fahren, je nach Verkehr.

Und schon bin ich bei SCR !


Die erste Arbeitswoche

September 9th, 2007
Siemens zahlt für jeden neuen Praktikanten 13 Nächte im Holiday Inn, inklusive Frühstück. Deswegen bleiben auch viele so lange wie möglich obwohl sie bereits eine Wohnung gefunden haben, denn zugegeben, es ist schon sehr angenehm, sich bedienen zu lassen und sich täglich in ein frisch gemachtes Bett zu legen. Weil man sich öfters am Frühstück über den Weg läuft, lernt man den Einen oder den Anderen kennen, und jetzt besteht unsere kleine Gruppe aus zwei deutschen, drei franzosen, einem Vietamesen und einem Schweizer, der allerdings bei den Japanern von NEC in der Nähe von SCR sein Praktikum absolviert.

Florentin, Adrien, Mickael, Morgane, Hahn, Michael und meine Wenigkeit waren am selben Tag noch in Princeton essen, und gehen seitdem auch öfters zusammen einkaufen und teilen uns die Autos. Englisch ist die einzige Sprache, die jeder versteht, und deswegen wird auch englisch gesprochen, wenn alle mal zusammen sind. Der Vietnamese wohnt allerdings in Deutschland, und der Schweizer ist des französischen mächtig, weil er in Lausanne studiert - oft wird also deutsch und französisch geplaudert :D

Bis Montag konnten wir machen, was wir wollten, denn Montag war Feiertag. Dienstag um 9 Uhr ging es dann los. Nach dem Fühstück haben wir uns alle vor dem Hotel getroffen, haben uns in Autos aufgeteilt und sind losgezogen. Das Hotel ist nur 2.5 Meilen von SCR entfernt, man fährt ungefähr 5 Minuten. Wir kommen vor dem weißen Gebäude an und gehen ganz neugierig rein. Jeder bekommt einen Visitor-Ausweis, und dann mussten wir erstmal kräftig Papiere ausfüllen. Dann wurden wir in Gruppen aufgeteilt, die dann später an verschiedenen Projektpartien arbeiten werden.

Ich bin mit Adrien in einer Gruppe, und ein junger ex-intern, der jetzt hier fest angestellt ist, erklärt uns allen rasch worum es bei dem Projekt geht, aber keiner versteht wirklich etwas. Wir bekommen unsere Arbeitsplätze und Benutzerkonten wurden bereits eingerichtet. Die ganze Abteilung in der wir sind (Automation & Control) ist auf zwei Stockwerken verteilt, und fast alle arbeiten in “Cubicles”. Da es keine bessere deutsche Übersetzung als “abgetrennte Räume” gibt, hier habt Ihr zwei Bilder:

Es laufen überall Deutsche, Inder, Chinesen, Franzosen und Schweizer rum. Unser Chef sagte sogar, dass mehr als 60 Länder bei SCR vertreten sind (von 255 Weltweit, oder so). Wir haben noch keine wirklichen Aufgaben bekommen, das kommt erst in den nächsten Wochen. Wir haben die Woche versucht, uns einzulesen, und uns mit der neuen Umgebung vertraut zu machen. Coole Sache bei SCR: Café und Getränke sind kostenlos ! Es stehen dort 3 Soda Automaten rum, die zwar wie alle anderen Automaten aussehen, aber die kein Geld verlangen. Es gibt Cola und ungefähr 15 andere Getränke. Kaffee und Tee werden auch angeboten.

Bei SCR hat es keine Kantine, allerdings wird hin und wieder mal Essen von Meetings kostenlos angeboten, und man kann auch sein eigenes Essen morgens mitbringen und in einen Kühlschrank stellen. Mit einer der Mikrowellen kann man dann sein Essen aufwärmen und anschließend in dem Multi Purpose Room genießen. Fotografieren ist bei SCR nur bedingt erlaubt, oder eher toleriert… Mal sehen, ob ich später noch andere Bilder schießen kann. Deswegen erzähl ich jetzt von meiner Wohnungssuche :)

Ich hatte schon von Frankreich aus versucht, irgend eine WG zu finden. Meine Suche war nur halbwegs erfolgreich, da ich zwar Etwas gefunden hatte, aber es war sehr teuer. Ich habe mir die Wohnung mit Flo dennoch angeschaut, und ich hätte sie auch genommen wenn ich nichts anderes gefunden hätte. Ich hatte ja noch ein paar bezahlte Tage im Hotel. Am ersten Tag habe wir eine Liste bekommen, auf der viele Siemens-Angestellte ein Zimmer zu vermieten hatten. Ich habe auf gut Glück den ersten angeschrieben und ich habe eine Zusage per Mail bekommen, dass das Zimmer noch frei ist. Ich habe mir das Zimmer angeschaut, es ist super und sehr billig (im vergleich zu den meisten) und … der Vermieter ist Deutscher und ist Abteilungsleiter von A&C bei Siemens ! Ich bin heute am späten Nachmittag eingezogen, und im nächsten Artikel gibts Bilder vom Haus und vom Zimmer. Ausserdem waren wir mal auf dem Campus von der Princeton University und habe kräftig Fotografiert… also dran bleiben !


Die Vorbereitungsphase

September 6th, 2007
Als ich am 19. März gegen 17 Uhr den Telefonhörer auflegte wurde mir klar, dass ich Ende August nach Princeton fliegen würde. Das Telefoninterview war sehr fachorientiert, und anspruchsvoller als ich dachte, aber ich hatte es gepackt: Ich wurde bei Siemens Corporate Research angenommen !

Mit insgesamt 430 Mitarbeitern ist Siemens Corporate Research in Princeton, New Jersey, USA, das größte Forschungszentrum von Siemens außerhalb Europas. Seit über 25 Jahren werden hier herausragende Innovationen entwickelt: Vor allem bei der medizinischen Bildgebung und der Echtzeit-Darstellung gehört SCR heute zu den führenden Forschungseinrichtungen.

SCR gliedert sich in 8 Abteilungen: Automation & Control (da wo ich bin !), Imaging & Visualization, Integrated Data Systems, Intelligent Vision & Reasoning, Real-time Vision & Modeling, Multimedia & Video Technologies, Software Engineering, User Interface Design.

Für weitere Infos, hier ist die offizielle Homepage von SCR:
http://www.scr.siemens.com

Ich hatte also den ganzen Sommer Zeit, um dieses Abenteuer vorzubereiten. Wenn ich nur gewusst hätte, wie hirnrissig das Verfahren ist, um ein Visum zu erhalten, hätte ich auch sofort damit angefangen.

Ein J1-Visum erhalten Praktikanten, Au-Pairs, Trainees, Austausch-Schüler und Hoch- schulabsolventen, die an einem Trainingsprogramm im Anschluß an ihr Studium teilnehmen. Folgende Schritte sind erforderlich:

» Finden der Trainee- oder Praktikumsstelle
» Erhalt des Formulars DS-2019 durch Arbeitgeber
» Kranken-, Unfallversicherung zahlen ($45 pro Monat)
» Visum-Antrag
» Termin bei dem nächsten US Konsulat ausmachen (15€ pro Anruf, oft mehr als 2 Monate Wartezeit)

Zum Konsulat sollte man folgende Dokumente mitbringen:
» Reisepass (gültig mindestens sechs Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus)
» Visum-Antragsformulare DS-156, DS-157 und DS-158
» DS-2019
» Aktuelles Paßfoto in Farbe
» Überweisungsbeleg für die Bearbeitungsgebühr (80€)

» Zum Konsulat fahren (pünktlich !), Papiere und Pass abgeben
» Der Pass kommt nach wenigen Tagen per Post an, das Visum klebt auf einer Seite !

So sieht es aus:

Das J Visum

Man beachte, dass ich nicht zum Konsulat fliegen konnte, da dort der Pass einbehalten wird, und so gut wie jede Airline diesen verlangt. Also sind wir mit dem Auto von Nizza nach Frankfurt gefahren… Warum Frankfurt ? Weil in Paris die Wartezeit mehr als 14 Wochen betrug ! In Deutschland kann man zwischen 4 verschiedenen Konsulaten waehlen, in Frankreich ist alles in Paris. Deswegen die langen Wartezeiten.

Schliesslich hatte ich alles, und es konnte endlich losgehen !