Von fremden Ländern und Menschen

September 23rd, 2007

Hallo. Ich war genau so aktiv wie Ihr es beim Kommentare schreiben wart, deswegen gibts heute nur ein paar allgemeine und eigenartige aber dennoch interessante Fakten über NJ, Princeton und die USA:

- Die Uni ist eine der zehn besten der Welt, Albert Einstein und Joschka Fischer haben in Princeton gelehrt.

- Alkohol ist nur in speziellen Geschäften erhältlich, die sog. Liquor Shops. Man muss 21 sein, und man bekommt eine Schwarze undurchsichtige Tüte, damit ja keiner sieht, dass man Alkohol gekauft hat. Das ist ein bisschen wie ein Sexshop in Deutschland :D

- Princeton hat ungefähr 14.000 Einwohner, und die Uni hat 7000 Studenten. Trenton ist die Hauptstadt von NJ.

- Benzin ist billiger als Diesel: $2,49 pro Gallone (3,78 Liter)

- An den meisten roten Ampeln darf man rechts abbiegen, es sei denn, ein Schild verbietet es.

- Die NJ Polizei ist die am wenigsten tolerante in den USA (auf der Strasse zumindest).

- Wer einmal wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt wurde, darf keine persönlichen Nummernschilder mehr beantragen.

- Selber tanken ist verboten, ausserdem dürfen Autohändler Sonntags nicht arbeiten.

- Es gibt hohe Strafen fürs Pinkeln im Freien: $350 ! Ausserdem darf man auf der Strasse nicht trinken.

- Alle Preise in Läden sind ohne Taxes: 7%. Alles ist versteuert, bis auf Arzeneimittel und Klamotten.

- Wentworth Miller hat in der Uni Princeton Englische Literatur studiert. Allerdings ist er jetzt schwul :D

- Die Straßen sind nachts kaum beleuchtet, und man sollte oft aufblenden, denn es laufen viele Rehe und Eichhörnchen über die Straße !

- Die Waschmaschinen sind eigenartig. Man läßt sie bevor man sie mit Klamotten füllt mit warmen Wasser volllaufen (sie heizen ausserdem nicht selber !), und sie laufen auch nur 9 oder 15 Minuten, je nach Programm. Das Spülmittel wird mit der Wäsche direkt in die Trommel getan. Auf die Idee muss man ja erstmal kommen :D

Bald gibt’s Bilder von NY by night, also bleibt dran :D


Home, sweet home

September 18th, 2007
Ich bin letzten Sonntag Nachmittag vom Hotel umgezogen. Meine Wohnung ist einer Nachbarstadt von Princeton, auf der anderen Seite der Route 1: die Stadt heißt Plainsboro. SCR liegt an der Grenze von Plainsboro, und ich fahre nur 5 Minuten zur Arbeit, und die Miete ist für die Verhältnisse angemessen. Ich wohne bei einem deutschen Ehepaar, dessen Söhne studieren und deswegen ist bei den Eltern jetzt ein Zimmer frei. Lustiger Zufall: mein Vermieter arbeitet bei SCR und ist .. Abteilungsleiter meiner Abteilung ! Ein zweischneidiges Schwert, auch wenn ich denke, dass sich alles reibungslos abspielen wird. Aber nun zurück zur Lage :

Das untere Haus in dem Rechteck ist mein Haus :D Das obere Häuschen ist eine Doppelgarage. Weil man dem Sattelitenbild nicht mehr viel entnehmen kann, gibt es jetzt richtige Bilder:

Ich lebe in dem untersten Stock, aber ich teile mir mit den Vermietern die Haustür. Sobald man drinnen ist, geht es unter der Treppe nach unten:

Wie man sehen kann habe ich also reichlich Platz und Ruhe :) Hier unten ist es schön kühl, und mich stört keiner. Besser noch, einer der beiden Söhne (oder beide ?) des Vermieters hat mal in einer Band gespielt, und darum stehen hier Bassgitarre, Schlagzeug, Folkgitarre und Keyboard rum ! Ich habe gleich mal nach der Gitarre gefragt, und nun steht sie in meinem Zimmer und ich kann spielen, so oft ich will. Schlagzeug zu spielen war auch schon immer mein Traum, jetzt werde ich es auch mal ausprobieren können :) Ich bin mal gespannt, ob und wann ich mal die Söhne der Familie hier kennenlernen werde (19 und 21 glaub ich).

Sooo, jetzt zeige ich euch mal meinen täglichen Weg zur Arbeit. Google Maps zeigt mir 1,6 Miles an, also ca. 5 Minuten Fahren, je nach Verkehr.

Und schon bin ich bei SCR !


Princeton University

September 15th, 2007
Wir waren mal auf dem Campus der Princeton University spazieren, um sich eine der weltweit besten Unis mal anzuschauen. Sie ist nicht nur die viertälteste, sondern auch eine der reichsten und angesehensten in den USA. Sie wurde bereits 1746 gegründet und verfügt über einen Kapitalstock von schätzungsweise 10 Milliarden US Dollar. Die University will auch nichts mit Religion zu tun haben und ist nicht konfessionsgebunden, was der Kriminellen Vereinigung des Vatikans ganz schön stinken dürfte, bei dem ganzen Kapital. Wie auch immer ist der Campus so gross, dass man mehr als eine Stunde zu fuß braucht, um den Grossteil der Gebäude von außen mal gesehen zu haben.

Wie kann man das beschreiben ? Man kommt sich wie in der Harry Potter Welt vor, in der Hogwarts Schule. Der Architekturstil ist bunt gemischt: neo-Gothisch, griechisch, zeitgenössisch, und viele unbschreibliche Variationen. Alles ist sehr grün und mit Efeu zugewachsen. Ubringens gehört die University zur Ivy Leage, mehr dazu gibt es auf Wikipedia. Zurück zu unserem Spaziergang ! Wir sind ahnungslos durch die Gegend gelaufen, und haben uns alles angeschaut. Es hat sogar einen zweistöckigen Supermarkt für die Studenten ! Alles sieht so friedlich aus, alles ist grün und irgendwie märchenhaft.

Aber nun genug geredet, jetzt gibts Bilder:


Die erste Arbeitswoche

September 9th, 2007
Siemens zahlt für jeden neuen Praktikanten 13 Nächte im Holiday Inn, inklusive Frühstück. Deswegen bleiben auch viele so lange wie möglich obwohl sie bereits eine Wohnung gefunden haben, denn zugegeben, es ist schon sehr angenehm, sich bedienen zu lassen und sich täglich in ein frisch gemachtes Bett zu legen. Weil man sich öfters am Frühstück über den Weg läuft, lernt man den Einen oder den Anderen kennen, und jetzt besteht unsere kleine Gruppe aus zwei deutschen, drei franzosen, einem Vietamesen und einem Schweizer, der allerdings bei den Japanern von NEC in der Nähe von SCR sein Praktikum absolviert.

Florentin, Adrien, Mickael, Morgane, Hahn, Michael und meine Wenigkeit waren am selben Tag noch in Princeton essen, und gehen seitdem auch öfters zusammen einkaufen und teilen uns die Autos. Englisch ist die einzige Sprache, die jeder versteht, und deswegen wird auch englisch gesprochen, wenn alle mal zusammen sind. Der Vietnamese wohnt allerdings in Deutschland, und der Schweizer ist des französischen mächtig, weil er in Lausanne studiert - oft wird also deutsch und französisch geplaudert :D

Bis Montag konnten wir machen, was wir wollten, denn Montag war Feiertag. Dienstag um 9 Uhr ging es dann los. Nach dem Fühstück haben wir uns alle vor dem Hotel getroffen, haben uns in Autos aufgeteilt und sind losgezogen. Das Hotel ist nur 2.5 Meilen von SCR entfernt, man fährt ungefähr 5 Minuten. Wir kommen vor dem weißen Gebäude an und gehen ganz neugierig rein. Jeder bekommt einen Visitor-Ausweis, und dann mussten wir erstmal kräftig Papiere ausfüllen. Dann wurden wir in Gruppen aufgeteilt, die dann später an verschiedenen Projektpartien arbeiten werden.

Ich bin mit Adrien in einer Gruppe, und ein junger ex-intern, der jetzt hier fest angestellt ist, erklärt uns allen rasch worum es bei dem Projekt geht, aber keiner versteht wirklich etwas. Wir bekommen unsere Arbeitsplätze und Benutzerkonten wurden bereits eingerichtet. Die ganze Abteilung in der wir sind (Automation & Control) ist auf zwei Stockwerken verteilt, und fast alle arbeiten in “Cubicles”. Da es keine bessere deutsche Übersetzung als “abgetrennte Räume” gibt, hier habt Ihr zwei Bilder:

Es laufen überall Deutsche, Inder, Chinesen, Franzosen und Schweizer rum. Unser Chef sagte sogar, dass mehr als 60 Länder bei SCR vertreten sind (von 255 Weltweit, oder so). Wir haben noch keine wirklichen Aufgaben bekommen, das kommt erst in den nächsten Wochen. Wir haben die Woche versucht, uns einzulesen, und uns mit der neuen Umgebung vertraut zu machen. Coole Sache bei SCR: Café und Getränke sind kostenlos ! Es stehen dort 3 Soda Automaten rum, die zwar wie alle anderen Automaten aussehen, aber die kein Geld verlangen. Es gibt Cola und ungefähr 15 andere Getränke. Kaffee und Tee werden auch angeboten.

Bei SCR hat es keine Kantine, allerdings wird hin und wieder mal Essen von Meetings kostenlos angeboten, und man kann auch sein eigenes Essen morgens mitbringen und in einen Kühlschrank stellen. Mit einer der Mikrowellen kann man dann sein Essen aufwärmen und anschließend in dem Multi Purpose Room genießen. Fotografieren ist bei SCR nur bedingt erlaubt, oder eher toleriert… Mal sehen, ob ich später noch andere Bilder schießen kann. Deswegen erzähl ich jetzt von meiner Wohnungssuche :)

Ich hatte schon von Frankreich aus versucht, irgend eine WG zu finden. Meine Suche war nur halbwegs erfolgreich, da ich zwar Etwas gefunden hatte, aber es war sehr teuer. Ich habe mir die Wohnung mit Flo dennoch angeschaut, und ich hätte sie auch genommen wenn ich nichts anderes gefunden hätte. Ich hatte ja noch ein paar bezahlte Tage im Hotel. Am ersten Tag habe wir eine Liste bekommen, auf der viele Siemens-Angestellte ein Zimmer zu vermieten hatten. Ich habe auf gut Glück den ersten angeschrieben und ich habe eine Zusage per Mail bekommen, dass das Zimmer noch frei ist. Ich habe mir das Zimmer angeschaut, es ist super und sehr billig (im vergleich zu den meisten) und … der Vermieter ist Deutscher und ist Abteilungsleiter von A&C bei Siemens ! Ich bin heute am späten Nachmittag eingezogen, und im nächsten Artikel gibts Bilder vom Haus und vom Zimmer. Ausserdem waren wir mal auf dem Campus von der Princeton University und habe kräftig Fotografiert… also dran bleiben !


New York, New York

September 8th, 2007
Der NJ Transit fährt von Trenton (die Haupstadt von NJ) nach NY, und hält in Princeton Junction, der Hauptbahnhof von Princeton an. Von dort braucht man ungefähr eine Stunde und zehn Minuten bis nach New York Penn Station, bei dem Madison Square Garden. Die Fahrt ist relativ angenehm, auch wenn die Klimaanlage so stark angestellt ist, dass man einen Pullover braucht. Ausserdem müssen immer mehr zusteigende Leute im stehen reisen, je näher wir an NY kommen. Die Pennsylvania Station ist ein großer unterirdischer Bahnhof für U-Bahn und Züge, es gibt viele kleine Läden und vor allem sind überall Menschen. Am besten vertreten sind Chinesen und Japaner, aber es laufen auch viele Deutsche und Franzosen rum.

Am Ende der Rolltreppe erschien schon das Sonnenlicht, und es wurde immer wärmer und lauter ! Als wir oben ankamen, war es wie in einem Film: überall waren Menschen und Taxis, und die Gebäude waren riesig. Wir sind dann einfach Richtung Times Square marschiert, ohne genau zu wissen, wo wir überhaupt hin wollten. Statt viele Worte gibt es jetzt Bilder:

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Das letzte Bild stellt ein Kunstwerk dar, das wohl zwischen den beiden Twin towers stand, und das nach dem “Attentat” unter dem Schutt vergraben war. Quasi unbeschadet wurde es anschließend geborgen, und symbolisch neben den Battery Park im Süden von NY aufgestellt, in der Nähe des Ufers. Soviel zur Kultur !

Dienstag den 11. September (ja, am 11. !) müssen alle Prakikanten an einem “Orientation Shop” teilnehmen. Das Ding geht von 10 bis halb eins, und dann werden wir wohl den Nachmittag in NY verbringen, und das ist auch gut so, weil man in einem Mal nicht mal ein Viertel der Stadt gesehen hat :D . Selbstverständlich gibt es dann auch wieder Bilder, wenn nicht gerade ein Unglück bei der United Nations Plaza passiert ! Solong, morgen gibts ein Artikel über die erste Arbeitswoche, die anderen Interns und meine Wohnungssuche. Solong … :)