Montreal: Sin City

Hallo ! Endlich habe ich es geschafft, den Kanada Bericht zu schreiben. Fazit: Es war kalt, aber es hat sich gelohnt :D

Mittwoch früh um vier haben wir uns auf dem SCR Parkplatz getroffen und haben die Autos aufgeteilt. Wie üblich gabs ein Deutsches Auto und ein Französisches. Und wie üblich mussten wir über Newark fahren, um Romain vom Bahnhof abzuholen. Warum wir so früh losgefahren sind ? In USA ist Thanksgiving fast so populär wie Weihnachten, und Donnerstag und Freitag waren Feiertage. Es fahren also viele Leute für die vier Tage in Urlaub, und die Straßen sind jedes Jahr dementsprechend voll. Und da wir auf keinen Fall sowas ähnliches wie die Fahrt nach Boston erleben wollten, sind wir halt mitten in der Nacht aufgebrochen :)

Google Maps sagt 415 Miles (664 km) für die Strecke von Plainsboro nach Montreal. Eine große Neuheit gegenüber der letzten Fahrt ist mein set Walkie-Talkies, mit einer 5 bis 10 Meilen Reichweite. So konnten wir von Auto zu Auto blöde Witze machen, aber auch Fahrtrichtungen angeben, falls wir uns verlieren sollten, da nur das erste Auto einen GPS hat. Unseren Pass und Papierzeugs von Siemens brauchten wir auch, um über die Grenze zu kommen. Das Wetter war nachts noch trocken, und es konnte losgehen.

Die Fahrt war nicht besonders spannend, um von New-York nach Kanada zu kommen fährt man immer gerade aus. Das frustrierende an den Autobahnen in den Staaten ist die lächerliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 65 mph. Mit eingeschalteten Tempomat, automatischen Getriebe und GPS ist man als Fahrer nur noch für das Lenkrad zuständig. Und wenn es wie in unserem Fall immer nur geradeaus geht und um fünf Uhr morgens kein Schwein auf der Straße ist, wird die Fahrt sehr schnell eintönig. Zum Glück gab es autoübergreifende Witze, Musik und M&M’s :D

Gegen Mittag sind wir schließlich in Montreal angekommen. In die Stadt kommt man über eine sehr lange Brücke, die über den St Laurent führt. Es ist grau, und besonders schön ist der erste Blick auf die Stadt nicht: es sieht aus, wie ein Industriegebiet :D Aber nach einer kurzen Fahrt durch diese graue Zone kommt man in das Stadtzentrum, wo auch unser Hotel ist. Wir hatten über Morgane etwas billigere Preise pro Nacht bekommen, und konnten uns demnach auch das vier Sterne Novotel für die drei Nächte leisten. Insgesamt waren wir zu acht: Adrien, Mika, Morgane, Romain, Luc, Flo, Mirja und meine Wenigkeit. Luc kannte aus Schulzeiten jemanden in der Stadt und konnte dort übernachten, und wir haben uns die Betten geteilt. Am ersten Tag war es zwar kühl, aber nicht so kalt, wie man es von Kanada erwartet hätte. Wir waren teilweise sehr müde, als wir einen kleinen Rundgang durch die Stadt gemacht hatten (vor allem die Fahrer), also haben wir uns in einem Bistrot niedergelassen.

Abends sind wir alle zusammen essen gegangen, und haben uns schließlich in einer Shisha-bar breit gemacht. Danach gings zurück ins Hotel, endlich zu schlafen, nach dem langen Tag. Am nächsten Morgen war alles weiß, es hatte die ganze Nacht geschneit und es herrschte eine Temperatur von -6. Und wenn man den Wind dazu zählt, spürt man die Kälte noch viel mehr.

Jeden Tag haben wir uns ein Stadtteil angeschaut, und wir waren am 2. Tag in dem Biodome, ein Indoor-zoo, wo sowohl tropikalische als auch arktische Wetterbedingungen künstlich nachgestellt sind. Ich werde hier nicht alle Tiere auflisten, dafür gibt es genug Bilder in der Gallerie. Die Pinguine waren allerdings die Favoriten von allen :D Das Fahren mit einen V6 Monster und Sommerreifen auf Neuschnee ist übringens sehr amusant :D

Abends sind wir nach einer Runde Billiard griechisch Essen gegangen, es war lecker und nicht allzu teuer - was in Montreal eher ungewöhnlich ist, da vieles teurer als in den USA ist. Danach wieder eine Bar, diesmal mit Musik. Wieder war spät als wir zurück im Hotel waren. Und kalt :D

Wir haben noch lange nicht alles von der Stadt gesehen und weil unser ursrüngliche Plan, nach Quebec zu fahren, doch wohl wegen der Langen Strecke und dem Schnee ins Wasser gefallen ist, sind wir wieder zu Fuß in der Stadt rumgeirrt. Spät Nachmittags, nach einer Runde in der “Underground City” sind wir zu einer Markthalle gefahren, haben dort kurz gegessen, und wir haben uns entschlossen, den Abend im Hotel zu verbringen, damit es für einmal nicht allzu teuer wird. Noch schnell waren wir im Supermarkt, für Alkohol, Chips und Frühstück für den nächsten Morgen, und dann gings wieder zum Hotel zurück. Der ganze Abend war sehr lustig, wir haben Karten gespielt, getrunken, schlechte Wortspiele gemacht und Max Payne nachgemacht. ( :D )

Am Samstag mussten wir um 13:00 auschecken. Wir haben also ausgeschlafen, gefrühstückt, und die Sachen gepackt. Auf dem Programm Stand dann noch die Besichtigung des Mont Royals, und dann … ja der Heimweg :D Nach einer halben Stunde zu Fuß durch Schnee und Wind, haben wir die Autos erreicht, die bei Luc kostenlos parken durften. Wir haben anschließend noch gegessen, was allerdings länger als geplant gedauert hat, und als wir dann Richtung Mont Royal gefahren sind, wurde es langsam dunkel.

Aber das war nur halb so schlimm, die Sicht von der Stadt war im Dunkeln auch sehr schön. Etwas weiter auf dem Berg gibt es ein Oratorium, das wohl als Sehenswürdigkeit gilt, also mussten wir dort hin. Habt ihr schon mal eine Kirche mit Rolltreppe gesehen ? Alleine deswegen hat sich der kleine Umweg gelohnt :D Von außen war die Kirche schön beleuchtet, und die Sicht war wieder mal sehr schön. Das Innere war dafür viel zu modern, und bis auf die riesen Orgel hat mich das ganze nicht besonders beeindruckt. Die Kirche ist echt riesig, und es gibt bereits Pläne für neue Gebäude für 2008. Mal wieder konnte man sehen, wieviel Geld die Kirche für so etwas ausgibt. Ich würde ja gerne mal die Heizkostenrechnung sehen :D Am Ausgang gab es den obligatorischen Souvenir-Shop, der fast schon als kleiner Supermarkt bezeichnet werden kann. Dort gab es tausende von geschmaklosen Gegenstände, die zu einem heiligen Preis angeboten worden. Schade, dass die $700 1:2 Papststatue nicht mehr in den Kofferraum gepasst hat, sonst hätte ich sie ja gerne gekauft :D

So, nach einem letzten Kaffee in der Innenstadt haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Auf der Straße war noch weniger los als auf dem Hinweg, und bis auf den sehr wichtigen Zollbeamten und seine arrogante Art, Fragen zu stellen, gibt es nich viel zu erzählen. Aber unser traditionneller Auto-Unfall, an dem wir bei jeder Rückreise vorbei fahren hat nicht gefehlt. Dieses Mal hat ein Wagen einen Strommast umgefahren, um dann in einer Hecke hängen zu bleiben. Sorry, ich habe kein Film, das nächste Mal pass ich besser auf. Gegen Mitternacht haben wir eine kleine Pause bei Burger King gemacht, und weil nur noch das Drive-In geöffnet war, haben wir auf dem Parkplatz im Auto unseren Burger gegessen.

Um kurz vor 4:30 waren wir wieder in Plainsboro, auf dem Siemens Parkplatz. Als ich nach Hause kam, endete gerade eine Feier von dem Sohn meines Vermieters, der wohl Thanksgiving bei den Eltern verbracht hat. Es gibt gaaaanz viele Bilder von der Reise, in meiner Bildergallerie findet ihr meine Bilder (erstaunlich, nicht ?), aber vor allem in Flo’s Gallerie, wo es ein ganzes Album pro Tag gibt. Enjoy :)

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